Donnerstag, 7. Februar 2013

22 Wochen

Ein Morgen mit Verspätungen - Frühstück für Opa erst um halb 8 statt um 7, Tasche packen erst um kurz vor 8 und zur Arbeit fast pünktlich. ;)

Ein Vormittag mit Bewegung - Während mein Chef eine neue Berufsgruppe für mich gefunden hat, versuche ich weiter den Chor zu dirigieren. Meine Begabung hält sich in Grenzen. Für Rommel ein Grund mir Verkehrspolizistin als neue Berufsgruppe vorzuschlagen. So ungefühlvoll habe ich meiner Meinung nach auch nicht dirigiert ;)
Im Anschluss musste ich mal wieder festgestellt, dass Ambato zu viele Radiosender hat. Konzertbekanntmachungen verteilen einmal quer durchs Centro, von Radiostation zu Radiostation.

Eine Mittagspause als Handwerker - Schuhschrank aufbauen mit meinem Gastbruder für meine Gastschwester. Aus lediglich anfänglicher Festhalte-Hilfe wurde leider ein einstündiges Aufbauprojekt.

Ein Nachmittag mit Sonne während ich Gesangsunterricht und Geigenunterricht gebe.

Ein Abend mit Ilan - Ilan gehört eher zu den Nachtmenschen was skypen zwischen halb 1 und halb 4 zu Hause möglich macht. :) Ich glaube ich bin nur selten leer geredet.

Ein später Abend mit Arbeit - Halb 10 Anruf von meinem Chef, dass er meine Arbeit der letzten Stunde im Büro gelöscht hat. Hintergründe zu den einzelnen Stücken des Konzert morgen Abend. Um halb 10 also auf ein Neues.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Tag 153 - 5 Monate

Ein weiterer 6. in meinem Kalender, ein weiterer Monat hier und ein weiterer Monat getrennt von meinen Lieben.

Ein weiterer Tag mit Flyer verteilen, Chor, Orchester und lustigen Unterhaltungen mit meinem Chef. Einem weiteren Mittagessen mit vielen Menschen bei uns am Wohnzimmertisch und viel Essen. Ein weiteres spontanes kurzes skypen mit Markus.

Ein weiterer Tag mit Regen und ohne wirkliche Sonne und ein weiterer Tag an dem ich mich durch Hochschulseiten, Ausbildungsforen und Studienfinanzierungsmöglichkeiten klicke.
Ein weiterer Tag an dem ich feststelle wie normal für mich die Dinge geworden sind, die ich bis vor einigen Monaten noch als unvorstellbar, seltsam, traurig machend oder besonders empfunden habe. Ein weiterer Tag mit Alltag.

Ein weiterer Tag an dem ich feststelle, dass ich glücklich bin wie es ist, aber auch ein weiterer Tag an dem ich die noch fehlenden Tage zähle. :)

Ein Tag an dem der "Markus-Zähler" bei 44 und der "nach-Hause-Zähler" bei 204 steht.

Ein weiterer Mittwoch.

Dienstag, 5. Februar 2013

Tag 152

Lustiges alle-treffen-aufeinander-Treffen in Omas Küche mit bunter Klebtorte und ein Geburtstagsanruf :)

Geburtstag von Opa und ich stehe auf der traditionellen Geburtstags-Anruferliste. 13:50 Uhr Sarah, bei mir 7:50 :)
Regen, Regen, Regen und statt ein morgen im Büro - "Außendienst".
Päckchen am Terminal verschicken, Flyer im Centro verteilen und in Cafés zuckersüß fragen, ob ich ein Zettelchen im Fenster aufhängen darf.
Mein 21. Dienstag-Oma-Mittagessen mit einem Topf, den man wohl eher als Kessel bezeichnen könnte. Der Inhalt reicht für 3 Wochen, dachte ich. Der Inhalt mit Fleisch, Gemüse, Garnelen, Nudeln und einer Sauce hat gerade mal 7 Stunden gereicht.
Chor in kleiner Besetzung und Geigenunterricht zusammen mit meinem Chef. Ich habe einfach noch nie jemanden kennengelernt, der Kindern so viel Mist erzählt wie er. Aber sie lieben ihn alle, abgöttisch. :)
Mittlerweile kann ich die Uhrzeit am Sonnenstand bzw. der Helligkeit ablesen und weiß wann es Zeit wird nach Hause zu gehen :)
Zu Hause Michelle und meine Gastcousine am Mädchen-Chillen mit Haare flechten und Nägel lackieren. Statt Farmacía oder einem weiteren gemütlichen Bettchenabend mit Apfel-Zimt-Tee, Cafecito bei Oma.
Zu Beginn: 3 kleine Cousins, ein Onkel, die Freundin von einem der großem Cousins, die Oma und eine große bunte süße klebende reichlich verzierte Geburtstagstore. Singen auf deutsch und spanisch für einen der kleinen Cousins.
Zwischendurch füllt und leert sich die Küche, der Kessel auch und die Torte wird kleiner.
Hätte ich ein größeres Stück bekommen wäre ich wahrscheinlich an einem Zuckerschock verendet. ;)
Um halb 9, Michelles Lieblingstelenovela und in einer der tausend Werbepausen sind wir nach Hause gerannt, damit uns keiner klaut ;)
Jetzt sortiert sie ihre Ohrringe und ich schreibe während unser Internet ausgeschaltet ist.

Montag, 4. Februar 2013

Tag 151

Päckchentag. Gleich 3. Ein verspätetes Weihnachts-Silvester und 2 Oma-Omageburtstagspäckchen, die nun wohl noch 10 Tage ungeöffnet liegen bleibe müssen :)

Der Weg ins Centro zur Post regnerisch und kalt. Ein Wetter bei dem man eigentlich mit Tee im Bettchen liegen möchte. Trotzdem Eis essen in der Mittagspause mit Claralein und kleiner Plausch weswegen ich wie immer zu spät zur Arbeit gekommen bin ;)
Am Morgen noch im Trockenen Päckchen mit Santa für meinen Chef verschicken und Orchesterprobe. Später dann zaubern mit den Chiquitos und Stifte spitzen.
Zaubern mit 4-Jährigen kann für alle, die über dieses Alter hinaus sind sehr amüsant sein. Die Zauberkappe, die einfach verschwand während ich auf unwichtige Dinge am Himmel zeigte und die ganz plötzlich hinter Rommel meinem Chef wieder auftauchte.
Neben meinen Weihnachtsplätzchen haben meine Lieben auf der Arbeit nun eine neue Lieblings-Süßigkeit -Coloradomischpackung. Christiane, Lena und Martin vielen liebe Dank :) Haribo Himbeeren, Lakritz mit Kokos und die bunten Schnüre gehören heute eindeutig zu meinem Tageshighlight :)
Während meine Wäsche bei dem Wetter leider nicht trocknet gibt es Apfel-Zimt-Tee und einen erneuten Versuch meine Blogspot-Seite zu öffnen. Klappt nicht. Deshalb gibt es nun erst mal nur Blogeinträge vom iPod aus, was beim Lesen keinen Unterschied machen sollte und vorerst leider keine Bilder. Ich google mal das Problem, denn das funktioniert einwandfrei. :)

Sonntag, 3. Februar 2013

Tag 150

Entspannter Sonntag.

Familien-Skypen, Wäsche waschen, aufräumen und Oma-Mittagessen.
Kurzer Farmacía Besuch, Kokos-Schokoladen-Eis essen in der Sonne, durch den belebten Park schlendern und einkaufen.
Neue Ideen für "was mache ich danach" und Private Practice bei Lichterkettem-Schein.
Farmacía sollte vor 3 Stunden schließen. Sollte. Ich habe das Haus immer noch für mich, die Stille ist ganz ungewohnt und ich weiß nicht, ob ich ohne Geräuschkulisse in Form von Fernseher, PlayStation oder noch durchs Haus turnende aktive Familienmitglieder schlafen kann. Einen Versuch ist es Wert.:)

Samstag, 2. Februar 2013

Tag 149

Ein erfüllter Samstag.

Mein Weckton für Samstag Morgen halb 7 viel zu laut und schrill. Desfile in Ambato - ein weiterer Umzug diesmal mit den Kandidatinnen für die Königin von Ambato und vielen verkleideten tanzenden Kindern.
Das diesjährige Anti-Faschings-Wochenende fällt aus und nächsten Sonntag gibt es einen weiteren Desfile. Größer, bunter, lauter.
Beim Mittagsessenausflug habe ich festgestellt, dass ich mich an manche Sachen nicht gewöhnen kann und mir Suppe mit Sangre eindeutig nicht schmeckt.
Zu Hause überkommt mich dann doch langsam die Müdigkeit und ich bin neidisch auf Markus ausführlichen Mittagsschlaf, der bei mir irgendwie nur sehr kurzweilig ist.
Um halb 5 Treffen mit Evita zum Einkaufen und um halb 6 stehe ich in der Küche der Gastmama meiner Vorgängerinnen und koche. Im Hintergrund der Fleischwolf zu hören, der 4 Kilo Fleisch gerade zu Hackfleisch macht. Durchaus faszinierend, wenn man sonst mehr der Kühltruhen-Hackfleisch-Käufer ist :) Mit der Zeit füllt sich das Wohnzimmer und am Ende sind wir zu 7 - Evita, die Gasteltern meiner Vorgängerinnen, die 2 Gastbrüder und William.
Während die Lasagne ihre Zeit braucht werde ich in die Kunst der Tortillas de tiesto eingeweiht. Gesiebtes Maismehl, normales Mehl, Backpulver vermischt mit Eiern, Milch und Butter. Ewigkeiten kneten und es entsteht ein fester Teig. Kugeln formen und auf einer Tonplatte "backen". Der Geschmack erinnert an Stockbrot.
Zur Lasagne natürlich Reis und es schmeckt nach zu Hause und Kochaktionen mit meinen Lieben :)
Im Anschluss Karten-Spiel-Abend mit tanzendem Verlierer. Die Runde hat ziemlich schnell gemerkt, dass ich nicht ruhig am Tisch sitzen bleiben kann und den Drang zum abräumen habe, deshalb wurde "Nervöser Bock" gespielt. ;)
Jemand legt Spielkarten auf den Tisch und zählt immer in der gleichen Reihenfolge. Stimmt zufällig die Spielkarte mit der gesagten Zahl überein hauen alle mit der Hand auf die Karte. Wessen Hand obendrauf liegt bekommt die Karten. Wer die meisten Karten hat, hat verloren ;) Der Verlierer musste tanzen. Am Ende haben wir allerdings alle getanzt. Von Gangman-Style über Salsa bis hin zu Wiener Walzer ;)


Freitag, 1. Februar 2013

Tag 148

Fiesta de las Frutas y Flores und Spontanität.

Nach einem Tag mit Chor, Orchester, schweigsamen Mittagessen mit einem meiner Cousins und dafür umso unterhaltsameren Mittagspausen-Skypen mit Cate, Chiquitos und schwierigem Gesangsunterricht, habe ich die letzte Stunde im Büro entspannt.
Ich malte mir schon einen gemütlichen Abend mit meiner Lichterkette, einer Tasse Tee im Bett und Warten auf Markus bis er vom Spiel zurückkommt, um ihm Gute Nacht zu sagen aus. Doch dann kam alles ein bisschen anders.
Erster Plan: Einkaufen für das Lasagne machen morgen mit meinem Chef, seiner Frau, den Gasteltern meiner Vorgängerinnen und den beiden anderen Freiwilligen Erick und William.
Zweiter Plan: Kein Einkaufen, sondern Konzert im Centro mit William.
Umsetzung schwierig. Die Straße ins Centro gesperrt. Im Rahmen der Fiestas de Ambato Sperrung der Straße für Jogger. Keine Autos, keine Busse, keine Taxis.
Andere Straße, dafür um so voller. Busse und Taxis ebenfalls. Viertel vor 7, 7 Uhr Konzertbeginn für Willy und er und ich standen mit Kontrabass immer noch an der Straßenecke. Einzige Lösung: Taxi mit jemandem teilen. Sprich Rückbank für Willy und den Kontrabass und derjenige, der sich schneller das Taxi heran gewunken hatte als wir, vorne.
Für mich hieß es also Bus fahren. Zu einem Ort, von dem ich leider nicht wusste wo er ist. Aber ecuadorianische Gelassenheit und immer erstmal Richtung Centro. :)
Im Centro erste Station: Farmacía, um nach dem Weg zu fragen. Auf dem beschriebenen Weg treffen meines Gastcousin, der mir den Weg dann noch mal ein bisschen genauer erklärt hat und was stelle ich am Ende fest: Ich laufe grundsätzlich daran vorbei, wenn ich ins Centro fahre.
Teatro La Lama, ein Theater mit hohen Decken, gemütlichen roten Plüschsesseln und einer tollen Empore. Halb 8 und das Orchester stimmt gerade.
Mein Platz neben einem älteren Ehepaar. Auch ohne Konzert hätten die Beiden mich vermutlich genug unterhalten. Er ungeduldig und permanent am Klatschen, dass das Konzert nun endlich beginnt und sie permanent am Essen holen :)

Die Musik unbeschreiblich. Traditionelle Musik mit Gitarren, Ukulelen, Trommeln, Rasseln, Panflöten, anderen Flöten und Gesang gemischt mit einem klassischen Kammerorchester mit Streichern und Bläsern. Die Texte bewegend und bei jeder Ansage des Stücks und des Komponisten ging ein Raunen durch die Menge; ich konnte leider nicht mit raunen, da mir jegliche Juans und Mateos leider nichts gesagt haben ;) Besonders großer Kenner schien der ältere Herr schräg vor mir zu sein, der das ganze Konzert nickend durch seinen BlackBerry verfolgt hat :) Publikum gemischt - von spielenden Kindern neben mir über scheinbar gelangweilte Jugendliche bis zu sehr lebendigen älteren Damen und Herren :)

Auf dem Weg zur Farmacía noch ein Abend-Kokos-Schokoladen-Eis und warten bis wir um 11 nach Hause fahren. Morgen früh, 7 Uhr Abfahrt ins Centro, um sich gute Plätze für den Desfile zu sichern. Bleiben noch 6 Stunden Traumland :)